Eine Reise zu neuen Horizonten

Die Totale Mondfinsternis am 7. September 2025

Liebe Kinder, Eltern, LehrerInnen und OGS-BetreuerInnen der Montessori-Grundschule Bad Honnef,
am kommenden Sonntagabend (7.09.25) können wir am Himmel, beim Blick Richtung Osten/Süd-Osten, eine totale Mondfinsternis beobachten. – Ein seltenes, astronomisches Himmelsereignis, welches wir uns nicht entgehen lassen sollten!

Was ist eine totale Mondfinsternis?

Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond im Weltall vom Schatten unseres Planeten Erde getroffen. Solch ein Ereignis kann man nur dann beobachten, wenn die Sonne, die Erde und der Mond genau auf einer Linie stehen, so dass sich der Mond für kurze Zeit im Schattenkegel unserer Erde befindet. Er tritt als Vollmond in den Erdschatten ein und als Vollmond auch wieder heraus.

Foto: Die totale Mondfinsternis vom 27.07.2018. Die Aufnahme entstand durch mein Spiegelteleskop. (c) Christian Preuß

Ablauf der totalen Mondfinsternis

Für uns in Bad Honnef geht der Mond am 7.09., nach 20:00 Uhr, bereits verfinstert im Osten auf. Der Mond wird also bereits voll vom Kernschatten unserer Erde getroffen. Die Berge und Hügel des Siebengebirges können dafür sorgen, dass der Mond für Euch erst etwas später am Horizont aufgehen wird. An meinem Standort in Rommersdorf sorgt dies z.B. für eine Verschiebung des Mondaufgangs von rund 30min. Die genaue Uhrzeit hängt also von Eurem Beobachtungsort ab! Da der Himmel um diese Uhrzeit noch recht hell ist, weil die Sonne noch nicht lange im Westen untergegangen ist, sollte man etwas Geduld haben, bis es dunkler geworden ist. Schon bis 20:45 Uhr sollte der verfinsterte Mond noch deutlicher am Himmel wirken. Gegen 20:53 Uhr wandert der Mond dann langsam wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus. Der linke Rand des Mondes erscheint dann als eine immer breiter und heller werdende Sichel, da der Mond dort wieder voll vom Sonnenlicht getroffen wird. Gegen 21:57 Uhr schließlich ist der Mond vollständig aus dem Kernschatten der Erde herausgewandert.

Abbildung: Eine Simulation der Mondfinsternis vom 7.09.25, für eine Uhrzeit gegen 20:45 Uhr, beim Blick Richtung Osten. Für eine bessere Darstellung des Mondes habe ich den Mond hier nur vierfach vergrößert. Links neben dem Mond wird man auch noch den Planeten Saturn erkennen können. Während der Mond 368 Tausend km entfernt sein wird, befindet sich Saturn in einer Entfernung von 1282 Millionen km (oder auch 1,28 Milliarden km).

Die Mondfinsternis am 7.09. ist sichtbar in Europa, im westlichen Asien, Afrika, Madagaskar, in Indien und im Indischen Ozean, in Australien und der Antarktis.

Warum sieht der verfinsterte Mond rötlich aus?

Der verfinsterte Mond erscheint rot bis orange, da während einer totalen Mondfinsternis das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre gebrochen und gestreut wird. Dabei erreichen nur noch die roten Lichtstrahlen, die im Sonnenlicht enthalten sind, die Mondoberfläche. Dieses Phänomen ist ähnlich dem Rot des Sonnenuntergangs und wird umgangssprachlich auch als „Blutmond“ bezeichnet. Mit Blut hat es natürlich aber überhaupt nichts zu tun. Wie stark der Farbeffekt sein wird, kann man nicht vorhersagen. Mehr Staub in der Atmosphäre verstärkt den Farbeindruck jedenfalls.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“

Dieses Zitat von Maria Montessori zeigt den Kerngedanken ihrer Pädagogik. Der Erwachsene schafft eine Umgebung, die es dem Kind ermöglicht, die Welt um sich herum selbst zu entdecken und sich darüber Wissen anzueignen. Anknüpfend an die angeborene kindliche Neugier, wird ein selbstbestimmtes Lernen gefördert, das Freude macht und nachhaltig ist, weil es auf eigenen Erfahrungen beruht und die innere Neugier befriedigt. Die eigene Beobachtung kosmischer Vorgänge, also auch der totalen Mondfinsternis am 7.09., gehören zu solchen, gemeinsamen Erfahrungen, die wir Erwachsene auch unseren Kindern ermöglichen können; auch wenn es ausnahmsweise einmal etwas später ins Bett gehen sollte.

In der Montessori-Pädagogik sind astronomische Erfahrungen Teil der kosmischen Erziehung, die Kindern die Wertschätzung für das Universum und die Natur vermittelt. Für solche wertvollen Sinnes- und Naturerfahrungen sollten Kinder ermutigt werden, Naturphänomene direkt zu erfahren, wodurch sie eine tiefe Verbindung zur Erde aufbauen und sich Eins mit dem Universum fühlen können. – Eine gelungene Beobachtung der totalen Mondfinsternis wirkt nachhaltig und nicht wenige Kinder wie Erwachsene behalten die direkte Erfahrung in bleibender Erinnerung.

Tipp für die Fotografie der Mondfinsternis: Da der verfinsterte Mond diesmal noch recht tief über dem Horizont stehen wird, kann man ihn auch zusammen mit Bäumen, Kirchtürmen oder Masten, speziellen Gebäuden, alte Ruinen o.ä. fotografieren. Dabei können sehr reizvolle Motive entstehen.

Die Wetteraussichten

Natürlich braucht es für eine Beobachtung der Mondfinsternis einen möglichst wolkenfreien und klaren Himmel. Die Wetterlage für Bad Honnef könnt ihr bei meteoblue weiterverfolgen. Und wenn es klaren Himmel gibt, wovon wir aktuell ausgehen können: Geht ALLE raus in die Natur und lasst Euch die totale Mondfinsternis nicht entgehen!

Wenn Ihr möchtet, dann mailt mir Eure Eindrücke später gerne an: Chris@SkyVoyage.de
Die schönsten Berichte, Fotos der Finsternis oder vielleicht auch Fotos von Euren gezeichneten oder gemalten Bildern, werde ich später gerne in unserer Schule und OGS vorlesen und zeigen.

Ich wünsche Euch kosmische Erfahrungen und viel Glück für eine freie Sicht auf den verfinsterten Mond!

Euer Christian Preuß
OGS-Gruppenleiter der Pandas

P.S.: Natürlich kann man die Mondfinsternis auch fotografieren. Sollten mir gute Aufnahmen gelingen, werde ich Euch meine Foto-Ergebnisse gerne in der Schule und OGS zeigen 🙂

Über mich:
Freiberuflicher Dozent, pädagogischer Coach und Entertainer mit Sky Voyage; Natur- und Umweltpädagoge (staatl. zugel.); Gruppenleiter an der OGS der Montessori-Grundschule Bad Honnef; Redaktionsbeirat bei „astronomie – DAS MAGAZIN“; Gründer und Vorstand des gemeinnützigen Vereins Sternwarte Siebengebirge e.V.